4. November 2025 | 18:00–19:30
Am 4. November 2025 ist der 14. Jahrestag der Selbstenttarnung des rechtsterroristischen „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU), der in Jena und Umgebung seinen Ursprung hatte. Trotz des Versprechens vollständiger Aufklärung ist die Aufarbeitung des NSU-Komplexes bis heute nicht abgeschlossen. Noch fraglicher erscheint, ob in Staat und Gesellschaft die richtigen Lehren aus den rechtsterroristischen Verbrechen, ihrem Entstehungskontexten und der Rolle der Sicherheitsbehörden gezogen wurden. Neben der juristischen Aufarbeitung erfolgte die staatliche Aufarbeitung des NSU-Komplex in bisher 15 Parlamentarischen Untersuchungsausschüssen (PUA) ab 2013 im Bundestag und fast allen Bundesländern, in denen der NSU lebte oder seine Taten beging.
Wo stehen wir 14 Jahre nach der Selbstenttarnung des NSU? Wieviel ist in Thüringen und in Jena getan worden, um Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus wirkungsvoller zu begegnen? Welche Fortschritte wurden erzielt, welche Defizite bestehen weiter und wo gibt es vielleicht ganz neue Herausforderungen?
Gäste an diesem Abend sind:
- Johannes Schleußner
Dezernent für Bildung, Jugend, Kultur und Sport der Stadt Jena - Dorothea Marx
Mitglied des Thüringer Landtages | SPD - Katharina König-Preuss
Mitglied des Thüringer Landtages | Die Linke
Zu Beginn stellen Janina Wollmann und Axel Salheiser (IDZ) ihre Studie „Zwischenbilanz zum Stand der Umsetzung der Empfehlungen der Untersuchungsausschüsse des Bundes und der Länder zum NSU-Komplex“ vor, die 2023–2024 im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung (SMJusDEG) erstellt und am 11. September 2025 veröffentlicht wurde.
