Das Verschwinden des Holocaust – Zum Wandel der Erinnerung. Buchvorstellung und Diskussion mit Prof. Dr. Jan Gerber

15. Dezember 2026 | 18:30–21:00

Das Verschwinden des Holocaust – Zum Wandel der Erinnerung

Buchvorstellung und Diskussion mit Prof. Dr. Jan Gerber am 15. Dezember 2026 um 18:30 Uhr im [kany]

Die Erin­nerung an den Holo­caust schwindet. Seine Sin­gu­lar­ität wird zuse­hends infrage gestellt. Jan Ger­ber erin­nert daran, dass sich die Erken­nt­nis von der Beson­der­heit des Ver­brechens erst spät durch­set­zte. Die Unter­schiede zwis­chen Konzen­tra­tions- und Ver­nich­tungslagern, zwis­chen Buchen­wald und Birke­nau, Belsen und Bełżec, waren lange kaum jeman­dem bewusst. Auch die Erin­nerung begann zeitlich verzögert. Der Holo­caust bewegte sich erst seit den Siebzigern aus den Vororten des Gedächt­niss­es an den Zweit­en Weltkrieg in sein Zen­trum. Jan Ger­ber geht den Ursachen dieser Entwick­lung nach. Er fragt nach jenen Bedin­gun­gen von Erin­nerung und Erken­nt­nis, die gegen­wär­tig zu erodieren scheinen. Dazu verbindet er die Gedächt­nis­geschichte des Holo­caust mit der Politik‑, Wirtschafts- und Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhun­derts. Auf diese Weise wer­den die aktuellen Debat­ten über die Bedeu­tung des Holo­caust, sein Ver­hält­nis zu den Kolo­nialver­brechen und die Poli­tik Israels his­torisch ein­ge­ord­net. Es entste­ht eine inte­gri­erte Geschichte der Holo­caust-Erin­nerung.

Prof. Dr. Jan Ger­ber ist His­torik­er und Poli­tik­wis­senschaftler. Am Leib­niz-Insti­tut für jüdis­che Geschichte und Kul­tur – Simon Dub­now in Leipzig leit­et er das Forschungsres­sort Poli­tik. Sein Buch „Das Ver­schwinden des Holo­caust“ ist 2025 in der Edi­tion Tia­mat erschienen.

Datum:

15. Dezem­ber 2026    

Zeit:

18:30–21:00

Veranstaltungskategorie/n:

Veranstaltungsort:

Laden­lokal [kany]
Thäl­mannstr. 26
Erfurt

Veranstalter*in:

SJD — Die Falken Erfurt