Fallstricke der Emanzipation — Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

15. Oktober 2026 | 18:00–21:30

Autoritäres in der Linken und antifaschis­tis­che Essen­tials heute
Vor­trag und Diskus­sion mit Lothar Galow-Berge­mann
Don­ner­stag, 15.10.2026, 18 – 20 Uhr
Falken­raum, Dorn­burg­er Straße 17, 07743 Jena
Eine Ver­anstal­tung der Falken Jena im Rah­men der ALOTA 2026.
Alle Ver­hält­nisse umzuw­er­fen, in denen der Men­sch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein ver­lassenes, ein verächtlich­es Wesen ist. Bess­er lassen sich Anspruch und Pro­gramm men­schlich­er Emanzi­pa­tion nicht auf den Punkt brin­gen. Wenn der Begriff Links Sinn hat, dann diesen. Oft sehen linke The­o­rie und Prax­is jedoch ganz anders aus. Was längst über­wun­den sein sollte, lebt auch in vie­len linken und linksradikalen Struk­turen und Denkweisen fort: Autori­taris­mus, Mack­er­tum und die Herrschaft von Men­schen über andere Men­schen.
Das kann sich in sex­is­tis­chem Ver­hal­ten äußern, in der Vor­liebe fürs Agi­tieren statt fürs Argu­men­tieren oder in der Vorstel­lung, antifaschis­tis­che Akteurinnen seien stets im Recht, egal was sie tun. Eben­so in einem sol­datis­chen Ver­ständ­nis der eige­nen Rolle und im Glauben, man sei zur „Führung der Arbeit­erk­lasse“ berufen. Der Griff in die Mot­tenkiste staatssozial­is­tis­ch­er Partei­dik­taturen und Sym­pa­thie für autoritäre Führergestal­ten wie Lenin liegen da oft nahe. Der Glaube, „die Klasse und das Volk“ brauche eigentlich nur die richti­gen Führer, kor­re­liert zudem mit zwei eben­so absur­den wie fol­gen­re­ichen Fehlein­schätzun­gen: Bürg­er­lich-rechtsstaatliche Ver­hält­nisse seien let­ztlich eben­falls „faschis­tisch“ und Nation­al­sozial­is­mus und Anti­semitismus seien die Folge rechter Ver­führungskün­ste.
Doch Arbeit­er
innen sind nicht von Autoritären und Faschis­ten „ver­führt“, sie haben ihren eige­nen Kopf. Kön­nen sie ihre Arbeit­skraft nicht verkaufen, ist ihr Leben­sun­ter­halt gefährdet. Dieser Zwang ist eine Brut­stätte des Autori­taris­mus. Zumal in Krisen­zeit­en. „Wer set­zt sich durch – ich oder du, wir oder sie?“ Die rechte Welle entspringt der men­schen­feindlichen kap­i­tal­is­tis­chen Ellen­bo­genkonkur­renz.
Klassenkampf muss sein. Aber höher­er Lohn macht nicht anti­ras­sis­tisch, bezahlbar­er Wohn­raum nicht fem­i­nis­tisch und ein Kinder­garten­platz nicht kri­tisch gegen Ver­schwörungs­denken. Nur Kämpfe, die die Fes­seln des Inter­ess­es von Arbeitskraftverkäufer*innen spren­gen, kön­nen antikap­i­tal­is­tisch, antipa­tri­ar­chal und antifaschis­tisch sein. „Klasseniden­tität“ hil­ft da nicht weit­er.
Der Ref­er­ent entwick­elt Essen­tials eines Antifaschis­mus, der aus eige­nen Fehlern ler­nen, der autoritären Welle mit Aus­sicht auf Erfolg ent­ge­gen­treten und Per­spek­tiv­en für eine bessere Welt aufzeigen kann.
Der Vor­trag wird etwa 1,5 Stun­den dauern, im Anschluss beste­ht noch die Möglichkeit in entspan­nter Runde gemein­sam zu disku­tieren und ins Gespräch zu kom­men.

Lothar Galow-Berge­mann begann 1971 in der Krankenpflege zu arbeit­en und war aktiv­er Gew­erkschafter und Per­son­al­rat im Klinikum Mannheim und im Klinikum Stuttgart. Er hält die Über­win­dung des Kap­i­tal­is­mus für drin­gen­der denn je, ken­nt aber auch die Verir­run­gen link­er Holzwege und glaubt, man sollte aus ihnen ler­nen. Er schreibt u.a. für Jun­gle World und Emma und Fritz

Datum:

15. Okto­ber 2026    

Zeit:

18:00–21:30

Veranstaltungskategorie/n:

Veranstaltungsort:

Falken­raum
Dorn­burg­er Straße 17
Jena

Veranstalter*in:

SJD — Die Falken Jena