2. Oktober 2026 | 18:00–21:30
Wir laden ein zum Feministischen Salon #7 – es wird widerspenstig, sinnlich, sizilianisch!
Im 30. Todesjahr der italienischen Schriftstellerin Goliarda Sapienza (1924–1996)
wollen wir uns zwei von ihren Texten zuwenden: dem autobiographischen
Gefängnistagebuch „Tage in Rebibbia“ (1983) und dem posthum veröffentlichen
Roman „Die Kunst der Freude“ (1998).
Die zentrale Romanfigur – Modesta – will sich keinen padrone (keinen Herrn!) ins Haus
holen. Und so spielt ihr Leben, das am 1. Januar 1900 im Schlamm eines sizilianischen
Dorfes beginnt, verschiedenste Formen der Herrschaft gegeneinander aus. Sie
unterwandert und erobert Räume, um sie dem Geistigen und dem Sinnlichen
gleichermaßen zu verschreiben. Modesta kämpft – für Bildung, für sexuelle Freiheit und
für finanzielle Unabhängigkeit. Dabei entfaltet sich ein politisches und
gesellschaftliches Panorama vom Italien des zwanzigsten Jahrhunderts aus der
Perspektive einer weitestgehend alleinstehenden – aber nie isolierten – Frau.
Auch in Sapienzas Gefängnistagebuch begegnen den Leser*innen Formen utopischen
Miteinanders. Trotz der generellen Feindseligkeit und des verengten Möglichkeitsraums
unter Haftbedingungen entstehen kleine Nischen voller Solidarität, gegenseitiger
Anerkennung und eigener Ausdrucksformen.
Wie finden wir ein gutes Leben für alle? Können Texte uns inspirieren für die
Begegnung mit aktuellen anti-faschistischen, feministischen und herrschaftskritischen
Herausforderungen? Gehen wir gemeinsam auf die Suche!
Wie immer gilt: Vorkenntnisse braucht es überhaupt nicht, dafür eine klare Haltung
gegen Antisemitismus, Rassismus, Sexismus und weitere Formen der Diskriminierung.
Und keine padrones! Für unser leibliches Wohl wird in alter Salonmanier gesorgt sein.
Ankommen ab 18 Uhr, inhaltlicher Einstieg 18.30 Uhr, Ausklingen bis 21.30 Uhr.
Unsere Flügeltüren stehen euch offen!
Rückfragen zu Ort und Inhalten gerne an: dasschlechtegewissen@riseup.net
Hinweise zu Barrieren: Der Raum im 2. Obergeschoss ist nicht barrierearm und nur über viele Treppen zu erreichen. Es gibt kein behindertengerechtes WC. Ein Luftfilter ist vorhanden.
