Antifaschismus und Surrealismus im Frankreich der 1930er Jahre

5. November 2026 | 19:00–21:00

Vor­trag von Jen­ny Kell­ner

Im Frankre­ich der 1930er Jahre erschien eini­gen linken Intellek­tuellen das antifaschis­tis­che Engage­ment der Kom­mu­nis­tis­chen Partei als unzure­ichend. Sie sucht­en nach For­men des antifaschis­tis­chen Wider­stands jen­seits partei­dok­trinär­er und rein ratio­nal-argu­men­ta­tiv­er Ansätze. 1935 beschlossen sie angesichts der faschis­tis­chen Gefahr, ihre Dif­feren­zen bei­seite zu leg­en und die antifaschis­tis­che Gruppe Con­tre-Attaque zu grün­den: als „Kamp­fu­nion rev­o­lu­tionär­er Intellek­tueller“. Maßge­blich aktiv waren darin der Schrift­steller, Sozi­ologe und Philosoph Georges Bataille, in dessen Werk sich ein eigen­williges, radikal-ver­nun­ftkri­tis­ches Denken ent­fal­tet, und der Sur­re­al­ist André Bre­ton. Sie waren sich einig in der Bedeu­tung ein­er kün­st­lerisch-kul­tur­rev­o­lu­tionären Prax­is im Kampf gegen den Faschis­mus, der durch die bloße öffentlich-insti­tu­tionelle Vertei­di­gung der Demokratie nicht gestoppt wer­den könne. Der Vor­trag stellt den his­torischen und konzeptuellen Rah­men vor, in dem diese Gruppe ent­stand und geht der Frage nach, ob und wie ihre Ideen weit­er­en­twick­elt wur­den und welche Aktu­al­isierungsmöglichkeit­en sie für eine heutige antifaschis­tis­che Per­spek­tive bieten. Denn auch heute kann die radikale Rechte durch die Kraft des besseren Argu­ments nicht mehr erre­icht wer­den. Auch heute scheinen wir einen anderen, die Affek­te ansprechen­den und in unserem Leben wirk­samen Antifaschis­mus zu benöti­gen.

Jen­ny Kell­ner studierte Schaus­piel, Philoso­phie und Sozi­olo­gie in Ham­burg und Berlin. Sie wurde an der Uni­ver­sität der Kün­ste Berlin mit ein­er Arbeit über das Poli­tis­che des niet­zscheanis­chen Denkens Georges Batailles pro­moviert und lehrt zur Zeit an der Hafenci­ty Uni­ver­sität Ham­burg.

Die Ver­anstal­tung ist Teil der Rei­he “Kun­st, Spek­takel & Rev­o­lu­tion” und ist eine Koop­er­a­tion des Bil­dungskollek­tivs mit der ACC Galerie Weimar. Sie wird unter­stützt von der Rosa-Lux­em­burg-Stiftung Thürin­gen.

Datum:

5. Novem­ber 2026    

Zeit:

19:00–21:00

Veranstaltungskategorie/n:

Veranstaltungsort:

ACC Galerie
Burg­platz 1
Weimar

Veranstalter*in:

BiKo