Widersetzen: Ende der Postautonomie?

14. Oktober 2026 | 20:15–22:00

AG Tre­f­fen, Deli Plenum, Mobi Aktion, Haustürge­spräche und let­z­tendliche eine pro­fe­sionell chore­o­gra­phierte Aktion Zivilen Unge­hor­sams – für viele ist sin­nvoller link­er Aktivis­mus kaum noch anders vorstell­bar.

Doch wie kam es, dass die Antifa Bewe­gung, die in den 80ern noch für Radau und bren­nende Autos bekan­nt war, heute der Struk­tur nach kaum noch von einem mod­er­nen Start-up unter­schei­d­bar ist? Um das zu ver­ste­hen, möcht­en wir einen genaueren Blick auf die Geschichte der Postau­tonomen wer­fen.

Die in den 90ern ent­standene postau­tonome Bewe­gung kann als der Ver­such der radikalen Linken ver­standen wer­den aus dem Elend autonomer wie autoritär­er Poli­tik auszubrechen, durch Anschlussfähigkeit in die Gesellschaft hineinzuwirken und neue Ansätze für kollek­tiv erstrit­tene Emanzi­pa­tion zu suchen.
Anschlussfähigkeit bis hin zu Parteien der „Mitte“ und auch einige ein­drucksvolle Aktio­nen haben die Postau­tonomen zweifels­frei vorzuweisen. Doch trotz mit­tler­weile (wieder) zehn­tausender auf der Straße scheinen wir der angestrebten Emanzi­pa­tio­nen keinen Schritt näher gekom­men zu sein. Stattdessen schwinden linke und sub­kuk­turelle Räume, von der radikalen Kri­tik an den herrschen­den Ver­hält­nis­sen ist, abseits ebendieser Phrase, kaum noch etwas übrig geblieben und eine Diskursver­schiebung hat haupt­säch­lich nach rechts stattge­fun­den.

Anhand des Beispiels Wider­set­zen ver­suchen wir aufzuzeigen, wie die Autonomie durch den Neolib­er­al­is­mus ver­walt­bar und let­ztlich kon­trol­lier­bar wurde.
In unserem Vor­trag wollen wir somit nicht nur eine Ein­führung in die postau­tonome Debat­te und Bewe­gungs­geschichte geben, son­dern mit der Kri­tik auch eine Grund­lage für eine gemein­same Diskus­sion ihrer emanzi­pa­torischen Poten­ziale leg­en. Wir möcht­en anhand des Beispiels Wider­set­zen ihren neolib­eralen Poli­tik-Modus disku­tieren und gemein­sam über­legen, ob eine poli­tis­che Erneuerung der Bewe­gung möglich ist oder stets die gle­iche Selb­stzweck-Dynamik füt­tert.

Im Anschluss an den Vor­trag gehen wir gemein­sam in eine Kneipe oder zum Späti.

Die Ver­anstal­tung find­et im Rah­men der ALOTA statt und wird durch die Rosa-Lux­em­burg-Stiftung Thürin­gen unter­stützt.

Datum:

14. Okto­ber 2026    

Zeit:

20:15–22:00

Veranstaltungskategorie/n:

Veranstaltungsort:

SR 316
Carl-Zeiss-Straße 3
Jena

Veranstalter*in:

ESEL