Gedenkkundgebung: Zehn Jahre Anschlag am OEZ. Zehn Jahre rechter Terror. Zehn Jahre offene Fragen.

19. Juli 2026 | 14:00–17:00

Demon­stra­tion in München

Kommt am 19.7.2026 um 14 Uhr zum Gärt­ner­platz und beteiligt euch an der Demon­stra­tion „Zehn Jahre offene Fra­gen: München OEZ erin­nern!“ zum bay­erischen Land­tag, wo wir sym­bol­isch die Forderung nach einem Unter­suchungsauss­chuss über­brin­gen wer­den.

Erinnern heißt, sich verbünden!

Am Abend des 22.7.2016 kam es in München zu einem der schw­er­wiegend­sten ras­sis­tis­chen Atten­tate der Geschichte der BRD. Seit diesem Tag fehlen Armela, Can, Dija­mant, Guil­iano, Hüseyin, Rober­to, Sabine, Selçuk und Sev­da. Auch 10 Jahre danach sind noch viele Wun­den nicht ver­heilt und viele Fra­gen ungek­lärt. Während der Polizei­press­esprech­er im Nach­gang der Tat einen offiziellen Preis für seine PR-Strate­gie ver­liehen bekommt, erzählen die Erfahrun­gen der Über­leben­den und der Ange­höri­gen eine ganz andere Geschichte. So mussten die Fam­i­lien und Freund*innen der Ermorde­ten die Suche nach ihren Lieb­sten ohne brauch­bare Unter­stützung der Behör­den durch­führen. Nach Stun­den der Ungewis­sheit wur­den die Todesnachricht­en den Ange­höri­gen fast schon beiläu­fig und unem­pathisch über­bracht. Warum war das Vorge­hen der Polizei in der Tat­nacht und den Tagen darauf von ein­er solchen Feind­seligkeit den Betrof­fe­nen gegenüber geprägt?
Im kollek­tiv­en Gedächt­nis der Stadt­ge­sellschaft ste­ht der Abend des 22.07.2016 für ein großes Aufat­men, da der Aus­nah­mezu­s­tand über­wun­den war. Dieser begann für die Betrof­fe­nen jedoch erst. Neben den erwart­baren psy­chis­chen Fol­gen ging der Anschlag nicht sel­ten mit ein­er Ver­schlechterung der kör­per­lichen Gesund­heit der Ange­höri­gen ein­her. Dazu mussten die Betrof­fe­nen des Anschlags am OEZ häu­fig den Kampf um Anerken­nung, Aufk­lärung und Kon­se­quen­zen alleine führen. Behör­den legten ihnen dabei eher Steine in den Weg, als zu helfen. Sieht so staatliche Unter­stützung aus?
Ganze 3 Jahre und 3 Monate dauerte es, bis das bay­erische Innen­min­is­teri­um die Tat als recht­ster­ror­ris­tisch-motiviert ein­stufte. Kurz nach dem Anschlag ver­bre­it­ete die Polizei das Nar­ra­tiv eines unpoli­tis­chen Amok­laufs. Medi­en über­nah­men diese Erzäh­lung unkri­tisch, wodurch sich das Bild ein­er zufäl­li­gen Tat eines psy­chisch kranken Einzeltäters in der Gesellschaft fes­tigte. Dabei hat­te es bere­its in der Tat­nacht selb­st ein­deutige Hin­weise auf die ras­sis­tis­che Ein­stel­lung des Täters gegeben. Sei es die Wahl des Ortes, der Opfer und des Tages – der fün­fte Jahrestag des recht­en Anschlags von Oslo und Utøya. Trotz des vehe­menten Kampfes der Ange­höri­gen und wis­senschaftlich­er Gutacht­en des Stad­trates brauchte die bay­erische Regierung Jahre für die Anerken­nung. Warum dauerte das so lange?
Doch was fol­gt aus der offiziellen Anerken­nung? Während sich die Ange­höri­gen und Über­leben­den zusam­men mit Unterstützer*innen aus der Zivilge­sellschaft zur Ini­tia­tive „München OEZ erin­nern!’“ zusam­men­schlossen und mit­tler­weile das jährliche Gedenken zusam­men mit der Stadt München aus­richt­en, fehlen auf staatlich­er, medi­aler und gesamt­ge­sellschaftlich­er Ebene große Verän­derun­gen. Der aktuelle Recht­sruck und der zunehmende Ras­sis­mus in Par­la­menten und Gesellschaft, befeuert weit­ere rechte Anschläge. Solange rechter Ter­ror nicht ernst genom­men wird und Anschläge nicht lück­en­los aufgek­lärt wer­den, kann sich daran nichts ändern. Deswe­gen wollen wir zusam­men demon­stri­eren und weit­er für Anerken­nung, Aufk­lärung und Kon­se­quen­zen kämpfen.

Wer sich mit dem recht­ster­ror­is­tis­chen Anschlag am 22.07. befassen möchte, ist her­zlich ein­ge­laden zur Ver­anstal­tungsrei­he “22.07. nicht vergessen” in Jena. 

Datum:

19. Juli 2026    

Zeit:

14:00–17:00

Veranstaltungskategorie/n:

Veranstaltungsort:

München
Gärt­ner­platz
München

Veranstalter*in:

MÜNCHEN ERINNERN Ini­tia­tive zum recht­en Ter­ro­ran­schlag am OEZ