Kritik des Autoritarismus. K‑Gruppen als Zuspitzung einer autoritären Gesellschaftsform

24. August 2026 | 19:00–21:30

Am 29. August wollen ver­schiedene (auswär­tige) K‑Gruppen eine anti­mil­i­taris­tis­che Demon­tra­tion in Jena durch­führen. Das Mobi­plakat ist im Stil der 30er Jahre gehal­ten und ver­rät nicht, wer die Demon­stra­tion organ­isiert. Dies ist nicht ungewöhn­lich. Der Anlass lohnt sich aber, dass wir uns das Phänomen der K‑Gruppen und ihrer Organ­i­sa­tio­nen genauer anschauen.

Soge­nan­nte Kad­er-Grup­pen ver­schieden­er Aus­rich­tung sind seit ca. 2021 deutsch­landweit, sog­ar europaweit auf dem Vor­marsch. Das in den 70er und 80er Jahren der BRD bekan­nte Phänomen wurde wieder­belebt. Neolenin­is­tis­che Grup­pierun­gen bleiben dabei keineswegs nur obskure Vere­ini­gun­gen von hän­genge­bliebe­nen Alt-Genoss*innen. Vielmehr ziehen sie ver­stärkt junge Men­schen an und reklamieren den Fak­tor Mil­i­tanz für sich.

Für Anarchist*innen ist diese Entwick­lung aus mehreren Grün­den ärg­er­lich und beängsti­gend. Zum einen wer­den autoritäre Kommunist*innen als unlieb­same Konkur­renz erlebt. Ander­er­seits kann bei ihnen zu Recht verkürzte Herrschaft­skri­tik, ver­bun­den mit aufgewärmten, sim­plen Ver­sprechun­gen, fest­gestellt wer­den. Weit­er­hin prä­gen sie ihre Mit­glieder und Sympathisant*innen durch autoritäre Denkmuster und Ver­hal­tensweisen und instru­men­tal­isieren Bünd­nisse, um ihre Macht­ba­sis auszubauen.

Schauen wir genauer hin, wird deut­lich, dass der Auftrieb des neolenin­is­tis­chen Pseu­do-Kom­mu­nis­mus Aus­druck und Symp­tom  umfan­gre­ich­er autoritär­er Zus­pitzun­gen in der Gesellschaft ins­ge­samt ist. Es han­delt sich bei ihnen um eine Ver­fallser­schei­n­ung  emanzi­pa­torisch­er sozialer Bewe­gun­gen. Diese Entwick­lung geht ein­er mit der Zunahme staatlich­er Repres­sion, der Faschisierung weit­er­er sozialer Milieus, der Ver­drän­gung grundle­gen­der Krisen­er­schei­n­un­gen, dem Angriff auf die lib­erale Demokratie sowie dem Abbau sozialer Sicherun­gen.

Nach dem Vor­trag möcht­en wir gerne gemein­sam ins Gespräch kom­men und disku­tieren. Wir freuen uns sehr über eure unter­schiedlichen Stand­punk­te und Per­spek­tiv­en! Damit die Debat­te für alle angenehm und kon­struk­tiv bleibt, bit­ten wir alle Teil­nehmenden um einen respek­tvollen, sol­i­darischen und kri­tis­chen Dia­log.

Datum:

24. August 2026    

Zeit:

19:00–21:30

Veranstaltungskategorie/n:

Veranstaltungsort:

SR 309 (Uni­ver­sität Jena)
Carl-Zeiß-Platz 3
Jena

Veranstalter*in:

FAU Jena